Instandhaltung von Uhren - Xantener Uhrenstudio

System Ankerhemmung
Achtung:

Pendeluhren erreichen nur dann ihre (Lauf-) Funktion wenn der Eingriff der Hemmung durch die Schwingweite des Pendels gleichmäßig erfolgt.

Kurze Anleitung für die Handhabung von Pendeluhren:

  1. Transport: Pendel abnehmen, Gewichte hochdrehen und aushängen, Seile / Ketten sichern
  2. Aufstellung: Waagerechter Standplatz. Gewichte und Pendel vorsichtig einhängen.
  3. Uhr in Gang setzen: Pendel vorsichtig -leicht- in Schwung bringen bis die Hemmung "in Tritt" kommt. Ein "tick-tack" ist zu hören. Ist die Uhr gut ausgerichtet, dann sollte ein gleichmäßiges "tack-tack" zu hören sein.
  4. Die Tageszeit einstellen: Achtung, die Zeitverstellung nur am Minutenzeiger vornehmen. Uhren ohne Schlagwerk. den Minutenzeiger vor- bzw. zurückdrehen. Uhren mit Schlagwerk den Minutenzeiger nur vorwärts (nach rechts) drehen, Schlag abwarten, weiterdrehen, Schlag abwarten usw.. Nicht zurückdrehen! Der Stundenzeiger auf die "geschlagene" Stunde drehen (vor bzw. zurück)
  5. Ganggenauigkeit einstellen: Hierfür ist das Einstellrädchen an der Pendelstange zu verstellen. Läuft die Uhr zu schnell, dann Pendelscheibe absenken (nach links drehen). Ist die Uhr zu langsam, dann Rädchen nach rechts drehen (Pendelverkürzung).
  6. Der Stundenschlag entspricht nicht der Tageszeit: Hierzu ist der Stundenzeiger zu verstellen. Ggfs. die Uhr bis zur Zeiterreichung still setzen.

Pflege und Wartung des Uhrwerkes: Niemals mit Gewalt am Werk hantieren! Fehlfunktionen haben ihre Ursache, die zu beheben ist. Staub und Ölmangel in den Lagern schädigen das Werk. Zahntriebe nicht ölen! Lassen Sie das Werk mindestens nach 10 Jahren vom Fachmann reinigen und ölen.



Sie besitzen eine schöne alte Uhr, die nicht mehr „läuft“?

Uhrenreparatur ist Vertrauenssache!

Aber auch eine Sache der Erfahrung.
Doch Wunder kann ich (auch) nicht vollbringen!

Alte Uhren pflegen und erhalten, das ist meine Devise!

Bei antiken Uhren ist es wichtig –auch um den Wert zu erhalten- , dass an diesen nicht gebastelt oder überrestauriert wird!
Gerne berate ich Sie, wenn es um die Reparatur Ihrer guten Pendeluhr geht.
Bringen Sie mir Ihre Uhr bzw. das Uhrwerk, ggfs. hole ich auch Ihre Großuhr ab und stelle sie auch wieder auf.
Ich überprüfe sofort, was zu tun ist/was Ihre Wünsche sind, und Sie erhalten einen Kostenvoranschlag.

Die meisten Großuhren weisen Abnutzungserscheinungen in den Lagern auf, da diese in der Regel aus Messing bestehen und ohne Schmierung einem starken Verschleiß unterliegen.
Eine bloße Reinigung des Uhrwerks, ohne Reparatur diverser Verschleißstellen ist nicht sinnvoll, da diese "Reinigung" nur den Verschleiß fördern und somit die spätere Reparatur noch aufwendiger macht. Wir reinigen die entsprechenden Teile nicht nur, sondern sorgen auch für deren einwandfreie Funktion.

So polieren wir die Zapfen von den einzelnen Rädern und erneuern ggfs. die Lager durch maßgenaue Lagerbuchsen. Dadurch garantieren wir für weitere Jahre die einwandfreie Funktion Ihrer Uhr.
Es gibt aber auch Grenzen unserer Handwerkskunst.
Wunder können wir nicht vollbringen, wenn ein Uhrwerk zu stark beschädigt bzw. verschlissen ist.


STU-WerkLagerwechselVerschlissener Wellenzapfen, Adapter

Üblicherweise sind dazu folgende Arbeitsschritte notwendig:

>Schadensbeurteilung und Dokumentation (Fotos)
> Demontage und komplette Zerlegung des Uhrwerkes
> Grundreinigung der Teile, Patina weitgehend erhalten
> Einzelteilprüfung, Schadensaufnahme, ggfs. Rücksprache mit Auftraggeber
> Aufarbeitung von Verschleißstellen (Schleifen und Polieren von Zapfen,   Hebeln und des Ankers)
> ggfs. Korrektur des Achsabstandes, aufbohren und einpassen neuer Lager aus Bronze etc.,
> Eventueller Ersatz der Aufzugs-, Pendel-, Sperr- oder Zugfedern
> Nach Bedarf und Abstimmung: Erneuerung von Einzelteilen, fehlende Teile ersetzen
> Ölen bzw. Fetten der beweglichen Einzelteile
> Zusammensetzung des Uhrwerkes, Lager ölen
> Überprüfung der Ganggenauigkeit, Funktionsprüfung des Schlagwerkes etc.
> Reparaturzeichen anbringen

Nach Bedarf Reparatur des Uhrengehäuses (Holz-, Glas- und Metallarbeiten)
Einbau im Uhrengehäuse und Probelauf, ggfs. Auslieferung    

Damit die restaurierte Uhr über weitere Jahrzehnte dem Besitzer Freude macht, gebe ich Informationen über die Handhabung und Pflege der Uhr.

Selbstverständlich gewähre ich auf alle Reparaturen entsprechend Garantie!

Siehe unter Referenzen: Auswahl von mechanischen Großuhren (Pendeluhren), die im Hause instand gesetzt wurden bzw. ich Gehäuse für verwaiste Uhrwerke angefertigt habe.


Wiener Uhr, Beispiel von hoher Qualität

Ratschläge für den Sammler und den Restaurator

Auszug aus dtv, Georg Schindler: Alte Uhren"

Wer eine hochwertige Restaurierung seiner Uhr haben möchte, sollte auf einer sorgfältigen Ausführung der Reparatur bestehen.
Unter Umständen müssen Teile für Antikuhren, die besonderen historischen Wert besitzen, nach künstlerisch-historischen und technischen Gesichtspunkten neu angefertigt werden.

Der Restaurator sollte bei der Reparatur einer antiken Großuhr besonders beachten, daß die Zapfen glatt poliert und gratfrei abgerundet (arrondiert) sind. Die Zapfenlager sollen nicht weit, nicht oval, nicht rauh und auch nicht zu eng sein.

Die Zapfen müssen knapp in den Lagersenkungen vorstehen, alle Achsen und Wellen sollen Luft zwischen den Platinen bzw. Kloben haben.
Ferner sind Eingriffe und Gang richtig zu stellen.
Die Gabelführung für das Pendel soll nicht zu weit und auch nicht zu eng sein.
Das Räderwerk soll getriebetechnisch in Ordnung sein. Minutenrad und Sekundenrad müssen gerade stehen, die Zähne dürfen nicht abgenutzt sein, die Räder auf den Trieben sollen fest sitzen.
Stundenrad und Stundenzeiger müssen genügend Luft haben, der Minutenzeiger darf nicht unter dem Uhrglas streifen, das Uhrglas soll nicht auf die Zeigerwelle drücken.
Zu beachten hat man, daß die Platinen, Zapfenlager, Ölsenkungen der Lager, die Getriebeteile - wie Ritzel, Zahnräder, Getriebehebel- gut gereinigt sind.
Von allen Arten der Reinigung ist heutzutage die Ultraschallreinigung vorzuziehen, wenn dabei nicht die Patina entfernt wird.
Zuletzt beobachte man die Pendelfeder (Aufhängungsfeder). Sie darf in ihrem Schlitz nicht zu locker, aber auch nicht zu fest sitzen. Das Pendel muss gegebenenfalls seiner Schwere in der Lage sein, die Feder in die Senkrechte zu ziehen. Pendelfedern sollen so angebracht sein, daß ihr Biegungsmittelpunkt im oberen Drittel der Feder in der Höhe des Ankerwellenzapfens liegt.
Auf richtige Schmierung aller Zapfenlager und Berührungsflächen von Schlagwerkshebeln ist Wert zu legen.
Zeiger sind im Stil der Zeit zu ersetzen, desgleichen auch den fehlenden Pendel, z. B. Sonnenpendel für Pendulen.

Es ist unbedingt erforderlich, einen Termin für die Restaurierungsarbeiten abzusprechen. Der Sammler wird bei dieser Gelegenheit einen Kostenvoranschlag anfordern.

Zuletzt sollte man darauf sehen, daß das Uhrwerk fest im Gehäuse sitzt und auch das Zifferblatt nicht locker ist.
Gehäusereparaturen sind nur Fachleuten  anzuvertrauen."

SignaturBeispiel an der Rückplatine

GB-Signatur

Wie beurteilt man Uhren?
Auszug aus dtv, Georg Schindler: Alte Uhren

"Ein zutreffendes Urteil über Wert und Beschaffenheit einer antiken Uhr muss so viele Einzelheiten berücksichtigen, daß gründliche technische und kunsthistorische Kenntnisse unerlässlich sind.

Der folgende Fragenkatalog mag dem angehenden Sammler eine Hilfe sein.
Großuhren (Bodenstanduhren, Wanduhren, Tischuhren, Pendulen)
Ist die Uhr für meine Sammlung nicht zu groß? Zu bedenken ist, daß die antiken Uhren heute in Räumen unterzubringen sind, deren Zimmerhöhe weit geringer ist als die in früheren Zeiten.

Alte Bodenstanduhren, z. B. aus den Niederlanden und aus England sind von beträchtlicher Höhe und stehen in keinem Verhältnis zum (heute) normalen Wohnraum.
Solche monumentalen Uhren können zweifellos großen Wert besitzen, jedoch muss man eine Unterbringungsmöglichkeit für sie haben, ehe man sie kauft.

Echt oder falsch? Das Fälschen von Antikuhren hat sich im Laufe der Zeiten zu einer besonderen Kunst ausgebildet. Der Fälschung unterliegen sowohl ältere (gotische) Uhren wie neuere Pendulen. Nicht jede Signierung ist echt, und eine nachträglich angebrachte lässt sich nicht in jedem Falle nachweisen. Signaturen wie »Breguet«, »Berthoud a Paris« u. a. brauchen nicht zu stimmen.
Bereits in früheren Zeiten fälschte man Signaturen, um die Uhren wertvoller zu machen.

- Handelt es sich um eine künstlerisch und handwerklich wertvolle Uhr?
- Ist das Zifferblatt gut gestaltet?
- Sind die Zeiger fein gezeichnet und ausgearbeitet?
- Ist der Grund des Zifferblattes versilbert und gut mattiert?
- Sind die Gehäuse künstlerisch wertvoll?
- Sind Uhrgehäuse, Zifferblatt und Zeiger noch im Original vorhanden?
- Sind Zifferblatt und Zeiger gut erhalten ?
- Wie weit sind Uhrgehäuse und Werk repariert bzw. restauriert worden?
- Ist die Lagerung der Zahntriebe noch in Ordnung?
- Sind die Gewichte nicht überdimensioniert?

Von solchen Arbeiten sollte man allerdings Nichtfachleute fernhalten, dann ist es durchaus möglich, einem ramponierten, verwitterten Gehäuse zu seiner früheren Ansehnlichkeit und Schönheit zu verhelfen.
Das freilich erfordert einen sehr geschickten Handwerker, einen Könner.
Für manchen Sammler sind geeignete Fachleute unersetzbar, und sie gelten in Sammlerkreisen als Geheimtipp.

Sind noch die ursprünglichen (oft handgeschmiedeten) Uhrgewichte vorhanden, oder wurden sie durch neue ersetzt? Dieselbe Frage gilt für das Pendel. Ist der Uhrschlüssel zum Aufziehen der Gewichts- oder Federzuguhr noch vorhanden?
Was das eigentliche Uhrwerk -das Gehwerk und das Schlagwerk - selbst betrifft, so werden wenig erfahrene Sammler am Anfang gut daran tun, einen Uhrmacher der alten Schule um Rat zu bitten.
Hier ist es die feine Vollendung, die einmalige Konstruktion, beispielsweise eines Schlagwerks, die die wertvolle Uhr auszeichnet.
Oft lässt sich das Alter der Antikuhr nicht genau bestimmen.
Man sehe sich dann die Zahngetriebe mit der Lupe an. Zähne früher Uhren sind handgefeilt, also nicht so gleichmäßig wie die später mit der Zahnradschneidemaschine bzw. Wälzmaschine gearbeiteten Werkteile.
Bei sehr alten Uhren, die lange in Betrieb waren, sind die Zähne, besonders die der Triebe, abgenützt. Der Uhrmacher bezeichnet sie als eingeschlagen. Also ist bei angeblich frühen Uhren, deren Zähne keine Abnützung zeigen, größte Zurückhaltung geboten.

Wie ist der Zustand des Gehäuses ?

Ist die Uhr überhaupt noch in Gang zu bringen?
Die Reparaturmöglichkeiten sind begrenzt,  auch manches Uhrwerk kann nicht mehr zum Gehen gebracht werden. weil vielleicht die alte Spindelhemmung zu sehr abgenutzt ist. Eine Reparatur der Spindelhemmung ist dann nicht mehr möglich, oder sie erfordert sehr hohe Kosten.
Der noch unerfahrene Sammler wird die Besonderheiten einer alten Uhr freilich nicht auf den ersten Blick erkennen. Er muss schon genau hinsehen, sonst kann es ihm passieren, daß er eine nachgebaute Antikuhr nach Hause trägt, wie sie im »Zeitalter der Nostalgie« allenthalben produziert werden.
Der ernsthafte Uhrensammler wird sich im Laufe der Zeit viele Kenntnisse aneignen müssen, damit er die stilistischen Eigenheiten der Uhrgehäuse, deren Marken und die technischen Kennzeichen der Uhrwerke zu deuten weiß, und alle drei Gesichtspunkte bei ihrer Wertung sinnvoll miteinander verbinden kann. Damit wird er zum versierten Uhrensammler, der sich mit weiterführenden Fragen der Kulturgeschichte der Uhr beschäftigen kann und so zu sehr interessanten und oft amüsanten Fragen kommt, denen er nachgehen sollte…"

Übersicht deutscher Wortmarken unter:
http://www.uhrenhanse.de/sammlerecke/markenzeichen/wortmarken
_schmid/wortmarken_schmid6.htm