🛡️ SICHERHEIT AM NIEDERRHEIN
Sicherheit & Infrastruktur am Niederrhein
Analysen & Erkenntnisse zum Lebensraum, Bergbau & Vorsorge, Sicherheit, Klimaanpassung & LINEG
Wissen schafft Bewusstsein – und Wissen kann schützen
Wie sicher ist eigentlich der Lebensraum, in dem wir wohnen? Was wissen wir über die natürlichen und vom Menschen veränderten Bedingungen, die unsere Sicherheit, unsere Familie und unser Eigentum beeinflussen?
Vieles erscheint uns selbstverständlich, solange nichts geschieht. Doch manches, was wir für sicher halten, verdient einen genaueren Blick.
Diese Website lädt dazu ein, anhand von Bildern, Erläuterungen und Dokumenten Zusammenhänge zu entdecken, Bekanntes neu zu betrachten und bisher wenig beachtete Risiken besser zu verstehen.
Denn wer mehr weiß, kann besser einschätzen, worauf es für seine eigene Sicherheit ankommt.
Bürger und Politik – stimmt das Verhältnis noch?
Nehmen wir Bürger unsere demokratische Mitverantwortung ausreichend wahr?
Erreichen Erfahrungen und Sachkenntnisse aus der Bürgerschaft die politischen Entscheidungen?
Und sind unsere politischen Strukturen ausreichend darauf ausgerichtet, langfristige Gefahren zu erkennen und Vorsorge zu treffen?
Sicherheit beginnt dort, wo Risiken erkannt, Verantwortlichkeiten benannt und
notwendige Vorsorge rechtzeitig getroffen werden.
Regierungen müssen beweisen, dass sie Probleme lösen können.
Reale Lebensraum-Risiken am linken Niederrhein
Die Grafik zeigt die besonderen und sich gegenseitig verstärkenden Risiken für den Lebensraum am linken Niederrhein. Bergbaubedingte Geländesenkungen und Grundwasserveränderungen treffen hier auf die Folgen des Klimawandels wie Starkregen, extreme Rheinabflüsse und einen langfristig steigenden Meeresspiegel. Besonders kritisch sind tief liegende, deichgeschützte Senkungsgebiete, deren dauerhafte Bewohnbarkeit bereits heute von technischen Entwässerungs- und Schutzsystemen abhängig ist.
Die Darstellung macht deutlich:
Hochwasserschutz, Entwässerung, Katastrophenschutz und Klimaanpassung müssen gemeinsam betrachtet werden. Versagen Deiche, Pumpwerke oder andere Schutzsysteme bei Extremereignissen, können in den abgesenkten Gebieten Überflutungen entstehen, aus denen das Wasser nicht mehr natürlich abfließen kann. Deshalb sind vorausschauende Lebensraumsicherung, Schadensverhinderung und eine langfristig funktionsfähige Infrastruktur für die bergbaubetroffenen Regionen des Niederrheins von besonderer Bedeutung.
Wenn gesellschaftliche Zurückhaltung auf staatliche Vorsorgedefizite trifft
Eine schwierige Schieflage entsteht, wenn langfristige Risiken gesellschaftlich wenig Beachtung finden und zugleich staatliche Zuständigkeiten, Vorsorge und Umsetzung nicht Schritt halten. Gerade beim Schutz dauerhaft veränderter Lebensräume darf Verantwortung nicht erst dann sichtbar werden, wenn Schäden eingetreten sind.
Die Grafik verdeutlicht, warum eine dauerhafte Lebensraumsicherung nur durch vorausschauenden Hochwasser-, Entwässerungs- und Katastrophenschutz möglich ist.
Bergsenkungen, Grundwasserveränderungen, Hochwasser, Starkregen und Meeresspiegelanstieg:
Am linken Niederrhein überlagern sich natürliche, klimatische und bergbaubedingte Risiken.
Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge; sie hat immer Recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die des Menschen.„ Goethe
Infrastrukturen entstehen durch Bedürfnisse speziell am Niederrhein
Dr. Lina Schröder, Historikerin
Der linksrheinische Niederrhein zwischen Krefeld und Xanten ist durch Hochwasser, Extremwetter und dauerhafte Bergbaufolgen besonderen Risiken ausgesetzt. Bergbaubedingte Bodensenkungen und die notwendige Regulierung des Grundwassers erhöhen die Abhängigkeit von dauerhaft funktionierenden Schutz- und Entwässerungssystemen.
Trotz des hohen Schadenspotenzials und der großen Zahl betroffener Menschen fehlt aus unserer Sicht ein umfassendes Vorsorgekonzept, das Lebensraum, Bevölkerung, Eigentum und kritische Infrastrukturen auch bei Extremereignissen zuverlässig schützt.
Deshalb muss Schadensverhinderung Vorrang erhalten: Neben einem leistungsfähigen Hochwasserschutz sind auch überregionale Lösungen für extreme Rheinabflüsse zu prüfen. Vorsorge bedeutet, vorhersehbare Risiken zu begrenzen, bevor daraus eine Katastrophe entsteht.
INFRASTRUKTUREN entstehen durch BEDÜRFNISSE
Dr. Lina Schröder, Historikerin
WAS UNS BETRIFFT
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Schadensverhinderung ist kein Staatsziel
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Niederrheingebiete sind vor Extremabflüsse nicht geschützt
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Bergbaugebiete drohen die Vernässung
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Verdrängung des Risikobewusstseins von kritischen Infrastrukturen *) und des Klimawandels.
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Potenzielle Überflutungs-/Feuchtgebiete sind durch Bergbau abgesenkt. Ökonomische-, ökologische- und Lebensraum-Risiken am Niederrhein und Ewigkeitslasten durch Bergbaufolgen.
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Tabuthema Bergbaufolgen
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Der Rheinstrom ist ohne einheitliches Management
Problem-Lösungs-Ansatz
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Rheinstrom teilen (Gerinneentlastung)
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Sicherheit für Niederrheinmetropole
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Umweltschutz -und Infrastrukturentwicklungschancen im Braunkohlerevier und grenzüberschreitend
Dem Zeitgeist verpflichtend:
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Macher und Verantwortungsträger braucht das Land
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Bedenkenträger blockieren den Strukturwandel
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Chancennutzung für die Verwirklichung eines niederrheinischen, grenzüberschreitenden Infrastruktur-konzepts im Rahmen einer EU-Umwelt- und Naturschutzpolitik
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Jobmotor von über 100.000 neuen Arbeitsplätzen längs des neuen Wasserweges im Grenzgebiet.
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Ausstieg aus fossilen Energieträgern, Umstieg zur Brennstoffzellen-/Wasserstofftechnologie wg. Klimaschutz.
KRITIS
*)KRITIS: Im Sinne der EU-Richtlinie 2008/114/EG ist eine „kritische Infrastruktur“ eine Anlage, ein
System oder ein Teil davon, die von wesentlicher Bedeutung für die Aufrechterhaltung wichtiger
gesellschaftlicher Funktionen, der Gesundheit, der Sicherheit und des wirtschaftlichen oder sozialen
Wohlergehens der Bevölkerung ist und deren Störung oder Zerstörung erhebliche Auswirkungen hätte,
da ihre Funktionen nicht aufrechterhalten werden könnten.
07.11.2018
Betrachtet man die aus der Studie von 2000 „Potenzielle Hochwasserschäden am Rhein in NRW“ ermittelten Erkenntnisse über einzelne Schadensarten, dann ersehen wir besondere Schwerpunkte in Gebiete , die Bergbaueinflüsse ausgesetzt sind. dennoch gibt es Einwirkungen auf den Lebensraum die mit abflussunabhängigen Einflüssen zusammenhängen: „Starkregen, Abflusshemmnisse wegen deichgeschützten Senkungsgebieten oder auch Deichschutzmängel, die das Poldergebiet heimsuchen können. Bitte KI mache mir einen Vorspann zu der anhängenden Grafik.
Beispiele, wie sich der Untertage Bergbau an der Oberfläche zeigt, wieviel Betroffene in den Kommunen sind, und was die Studie von 2004 zu den Schadenspotenziale durch extremen Hochwasserabfluss ausführt.
Bergsenkungen am Niederrhein – wenn der natürliche Wasserabfluss nicht mehr möglich ist
Das nachfolgende Schaubild aus dem Bergbauhandbuch von 1994 verdeutlicht eine der folgenschwersten Auswirkungen des Untertagebergbaus auf unseren Lebensraum am linken Niederrhein.
Während bei einer natürlichen Geländestruktur Niederschlagswasser und Wasser aus Bächen und Gräben aufgrund des vorhandenen Gefälles selbstständig abfließen können, ist dies in den durch Bergsenkungen abgesenkten, deichgeschützten Poldergebieten vielfach nicht mehr möglich.
Die rechte Bildhälfte zeigt die entscheidende Veränderung: Durch den jahrzehntelangen Untertagebergbau ist das Gelände teilweise mehrere Meter abgesunken. Niederschlagswasser, Wasser aus Gewässern sowie anfallende Sümpfungswässer müssen deshalb durch technische Anlagen gesammelt und über Pumpwerke abgeführt werden.
Bereits seit Beginn der bergbaubedingten Geländesenkungen um 1915 entwickelte sich damit eine dauerhafte Abhängigkeit von künstlicher Entwässerung. Ohne diese technische Unterstützung wären die betroffenen Poldergebiete langfristig nicht als besiedelbarer Lebensraum zu erhalten.
Was das Bild besonders deutlich macht: Der Bergbau hat nicht nur die Geländehöhen verändert, sondern auch den natürlichen Wasserhaushalt und damit die Voraussetzungen für eine sichere Besiedlung.
Daraus ergibt sich eine grundlegende Frage der öffentlichen Daseinsvorsorge:
Wer gewährleistet dauerhaft die Funktionsfähigkeit, Sicherheit und Finanzierung dieser lebensnotwendigen technischen Infrastruktur – auch bei Starkregen, Rheinhochwasser, Stromausfall oder technischem Versagen?
Gerade im Zusammenhang mit der Klimaanpassung gilt deshalb:
Wo der Mensch natürliche Lebensräume dauerhaft verändert hat, müssen auch Verantwortung, Schutzmaßnahmen und Finanzierung dauerhaft gesichert sein.
Bildquelle: Bergbauhandbuch 1994 – schematische Darstellung des natürlichen und bergsenkungsbedingt veränderten Wasserabflusses.
Hochwasserrisiko am Niederrhein – Wenn aus Zahlen eine Katastrophe werden kann
Die nachfolgende Grafik auf Grundlage von Daten der Umweltverwaltung NRW (2019) verdeutlicht, wie viele Menschen bei einem extremen Rheinhochwasser (HQextrem) durch Überflutungen potenziell betroffen wären. Allein die Größenordnung der gefährdeten Bevölkerung macht deutlich, welche Verantwortung mit einem wirksamen Hochwasser- und Katastrophenschutz verbunden ist.
Besonders kritisch ist die Situation in den durch jahrzehntelangen Bergbau abgesenkten, deichgeschützten Poldergebieten. Hier kann das Wasser nach einer Deichüberströmung nicht mehr auf natürlichem Wege abfließen. Starkregen, Stromausfälle sowie der Ausfall von Grundwasser- und Entwässerungspumpen können die Gefahren zusätzlich verschärfen. Die Grafik berücksichtigt diese zusätzlichen Risiken noch nicht.
Doch was geschieht, wenn ganze Wohngebiete überflutet, Verkehrswege unpassierbar und technische Entwässerungssysteme außer Betrieb sind? Wie sollen Zehntausende Menschen rechtzeitig gewarnt, evakuiert, gerettet und über längere Zeit untergebracht werden?
Diese Fragen dürfen nicht erst im Katastrophenfall beantwortet werden. Bund, Land, Kreise und Kommunen müssen nach ihren jeweiligen Zuständigkeiten nachweisen können, dass ihre Schutz- und Notfallkonzepte auch unter solchen Extrembedingungen funktionieren.
Deshalb fordert der HWS eine realitätsnahe, kommunenübergreifende Katastrophenschutzübung für die bergbaubetroffenen Poldergebiete am Niederrhein. Dabei müssen insbesondere Evakuierung, Rettungswege, Notstromversorgung, Pumpenausfälle und Unterbringungsmöglichkeiten überprüft werden.
Hochwasserschutz darf nicht erst mit der Katastrophe beginnen. Vorsorge bedeutet, die Sicherheit unseres Lebensraumes rechtzeitig und nachprüfbar zu gewährleisten.
Denn die entscheidende Frage lautet: Was nützen bekannte Risikozahlen, wenn nicht nachgewiesen ist, dass die betroffenen Menschen im Ernstfall tatsächlich geschützt und gerettet werden können?
Wassertiefen-Gefährdungsklassen
1: Eindringen von Wasser in Gebäude kann mit einfachen Mitteln verhindert werden. Diese Tiefenstufe kann auch als Unsicherheitsbereich angesehen werden, da sich die Überschwemmungsgrenze kaum genau bestimmen lässt.
2: Höhenbereich, in dem mit deutlichen Schäden zu rechnen ist, aber nur eine geringe Lebensgefahr für Menschen besteht, besonders wenn eine Fluchtmöglichkeit in höhere Stockwerke gegeben ist.
3: Lebensgefahr für Menschen, da nicht nur der Parterrebereich, sondern auch der erste Stock überschwemmt werden kann. Bei dieser Wassertiefe sind hohe Schäden kaum zu verhindern.
4: Lebensgefahr für Menschen; hohes Risiko für einen Totalschaden
Diese Einstufungen gelten für stehendes oder langsam strömendes Wasser, was in der Regel für die gefährdeten Gebiete entlang des Rheins zutrifft. (IKSR)