🕰️ UHRENSTUDIO
Meine Welt
Meine Welt der Chronometrie – Gehäusebau – Werterhaltung – Handwerk
Uhrentechnik & Uhrenkunst – wenn Mechanik Geschichte erzählt
Eine mechanische Uhr zeigt nicht nur die Zeit. Sie bewahrt Technikgeschichte, handwerkliches Können und den Gestaltungswillen vergangener Generationen – und sie lebt weiter, solange ihr Werk läuft.
Meine Beschäftigung mit mechanischen Uhren ist deshalb weit mehr als Sammelleidenschaft. Sie verbindet Technik und Mechanik mit Handwerk, Geschichte, Gestaltung und Kunst. Mich interessiert, wie ein Uhrwerk konstruiert wurde, welche handwerklichen Fähigkeiten zu seiner Entstehung notwendig waren und wie Technik und äußere Form zu einer Einheit werden.
Besonders faszinieren mich historische Uhrwerke, vielfach aus der Zeit vor 1900. Manche haben ihr ursprüngliches Gehäuse verloren, andere blieben einst unvollendet oder benötigen nach vielen Jahrzehnten fachkundige Überarbeitung. Solche Werke verdienen nach meiner Auffassung nicht, unbeachtet zu bleiben. Bewahren und weiter nutzen wurde deshalb zu meiner Devise.
Dabei bedeutet Bewahren nicht zwangsläufig, ausschließlich einen früheren Zustand nachzubilden. Nach eingehendem Studium historischer Originale können auch neue Lösungen entstehen: eigene Entwürfe und Zeichnungen, handwerklich gefertigte Gehäuse aus lange gelagerten edlen Hölzern sowie die Verwendung passender historischer Gläser und Applikationen. So kann aus alter Mechanik und neuer handwerklicher Arbeit ein eigenständiges Ganzes entstehen – eine Uhr als Unikat.
Gerade darin liegt für mich die besondere Verbindung von Uhrentechnik und Uhrenkunst: Zahnräder, Hemmung, Pendel, Schlag- oder Spielwerke erfüllen zunächst eine technische Aufgabe. Doch Konstruktion, Material, Proportion, Klang und Gestaltung machen daraus zugleich ein Kulturgut und einen Gegenstand ästhetischer Freude.
Dieses Kapitel meiner Website möchte daher nicht nur Uhren zeigen. Es soll Einblick geben in historische Uhrwerke, ihre Technik und Restaurierung, den Gehäusebau, eigene Uhrenkreationen und die handwerklichen Überlegungen hinter ihrer Entstehung.
Denn das Neue trägt immer auch etwas vom Alten in sich. Eine historische Uhr macht dies auf besondere Weise sichtbar: Sie bewahrt Vergangenheit – und misst dabei weiter unsere Gegenwart.
Alte Uhrwerke bewahren die Technik ihrer Zeit – durch handwerkliches Können erhalten sie eine Zukunft.“
Mein Meisterstück – aus einem Fragment wird eine Standuhr
Am Anfang stand kein fertiger Plan, sondern ein Fragment eines alten Uhrwerks und eine Idee. Ich wollte diesem technischen Zeugnis vergangener Zeit nicht nur wieder Leben einhauchen, sondern ihm auch ein Gehäuse geben, das seiner Herkunft, seiner Mechanik und seiner handwerklichen Qualität gerecht wird.
Aus dieser Vorstellung wurde ein Projekt, das mich rund sechs Jahre begleiten sollte. Recherchen, Zeichnungen, Überlegungen zur Konstruktion und Gestaltung sowie immer neue technische Fragen gehörten dazu. Eine Antwort führte dabei nicht selten zur nächsten Frage. Denn mein Anspruch war nicht, lediglich eine alte Uhr wieder gangbar zu machen. Uhrwerk, Funktionen und Gehäuse sollten am Ende eine Einheit bilden.
Bei Planung, Recherche und Ausführung konnte ich auch auf den fachkundigen Rat erfahrener Kenner der Uhrmacherei zurückgreifen. Besonderen Dank schulde ich Uhrmachermeister Franz Beha aus Eisenbach, Dr. J. J. L. Haspels vom Nationalmuseum in Utrecht (NL) sowie W. A. M. Hodzelmans aus St. Michielsgestel (NL). Mit ihrem Wissen, ihren Hinweisen und ihren Ratschlägen zu historischen und technischen Fragen haben sie mich bei der Entwicklung und Herstellung der Standuhr unterstützt. Manche ihrer Antworten lösten bei mir gleich die nächste Frage aus – und begleiteten damit meinen eigenen Weg von der Idee bis zur handwerklichen Umsetzung.
Das Ergebnis ist eine 2,34 Meter hohe Standuhr, deren Gestaltung sich an englischen Vorbildern des 19. Jahrhunderts orientiert. Hinter den einsehbaren Türen bleibt die aufwendige Mechanik bewusst sichtbar. Besonders eindrucksvoll sind das Glockenspiel mit zehn Silberglocken, die verschiedenen Melodien sowie die Mondphasenanzeige. Damit wurde aus dem ursprünglichen Fragment weit mehr als ein Zeitmesser.
Der Reporter der Rheinischen Post brachte seine Begeisterung schon in der Überschrift auf den Punkt: „Neues Leben für altes Uhrwerk“. Auch der Pressebericht lässt erkennen, dass hier nicht allein die technische Leistung beeindruckte, sondern ebenso die Geduld, Beharrlichkeit und Freude am Detail, die in diesem Werk stecken.
Für mich ist diese Standuhr deshalb mein Meisterstück. Nicht, weil sie im Rahmen einer Meisterprüfung entstanden wäre, sondern weil sich in ihr vieles vereint, was mein Verhältnis zur Uhrmacherei ausmacht: Achtung vor alter Handwerkskunst, Freude an mechanischer Technik, die Bereitschaft, von Fachleuten zu lernen, eigene Gestaltungsideen und die Ausdauer, eine Vorstellung über Jahre hinweg Wirklichkeit werden zu lassen.
Aus einem Fragment wurde eine Idee – aus der Idee eine Aufgabe – und aus sechs Jahren Arbeit ein Unikat.
Pressebericht: Rheinische Post vom 03.01.2000 – „Neues Leben für altes Uhrwerk“ Link: StU-2-Moers
Französische Kaminuhr – aus historischem Uhrwerk neu gestaltet
Ein weiteres Beispiel meiner Uhrenbaukunst: Ausgangspunkt war das französische Uhrwerk einer „Religieuse“ aus der Zeit um 1700, dessen ursprüngliches Gehäuse nicht mehr vorhanden war.
Erhalten waren das Vollplatinenwerk mit Spindelgang, Fadenaufhängung und Repetitionsschlagwerk auf zwei Glocken, Nr. 6526, sowie das Uhrenschild. Das Gehäuse und die weitere Gestaltung entstanden in meiner eigenen Werkstatt.
Das Ergebnis ist die hier gezeigte Kaminuhr aus Palisanderholz, ausgestattet mit originalen feuervergoldeten Applikationen.
Im folgenden, etwa 31 Sekunden langen Video steht die Uhr auf einem Drehteller und ist bei einer vollständigen 360°-Drehung von allen Seiten zu sehen.
Es gab eine Zeit, wo ich den Wunsch nach qualitätsvollen Uhrenmir nicht erfüllen konnte.
Aber was ich mir erfüllen konnte war, mir reparaturwürdige, hochwertige Pendel-Uhrwerke -ohne Gehäuse – zu beschaffen.
Um sie in Gehäuse einzubauen die ich in handwerklicher Eigenarbeit dann fertigstellte.
Mein handwerkliches Geschick und anderes mehr kam mir Zugute.
Bald darauf darauf sprach es sich herum, dass ich auch fremde Uhren instandsetzen könne.
Aber diese Zeit ist nun vorbei.
Andere Aufaben wollen auch erledigt werden.
Mein Highlight, mein Meisterwerk: StU-2-Gesamt
Faszination eines Uhrenschildes: Ballmann9
Was mir Uhren bedeuten – Pendeluhren
„Keiner kennt die Arbeit so gut wie der, der sie macht.“
„Künstler ist jener Handwerker, der mit Geist und Kunstfertigkeit arbeitet.“