Aktivitäten im Uhrenstudio
Präsentation meiner handwerklichen Arbeiten. Informationen im DGC-Fachkreis.
Mein Lieblings-Thema: Für antike Uhrwerke wieder ein „Zuhause“ bauen.
Was mir mein Meisterstück bedeutet
Meine Standuhr ist für mich weit mehr als eine Uhr. Sie ist ein Stück meines Lebensweges und Ausdruck meiner Überzeugung, dass man sich auch an Aufgaben heranwagen sollte, für die es zunächst keine fertige Lösung gibt.
Am Anfang stand 1993 ein Fundstück aus dem Nachlass eines Uhrmachers in Donaueschingen: ein für ein Glockenspiel vorbereitetes, aber unvollständiges Standuhrwerk. Schon beim Anblick entstand der Wunsch, dieses Werk zu vervollständigen und ihm ein angemessenes Gehäuse zu geben. DGC-Beitrag Carillon 2023
Damit begann eine Aufgabe, deren Umfang ich zunächst kaum übersehen konnte. Welche Melodien waren geeignet? Wie viele ließen sich auf der Walze unterbringen? Welche Glocken und Tonfrequenzen wurden benötigt? Wie waren die Positionen der Stifte zu berechnen und Glockenstuhl und Spielwerk überhaupt zu konstruieren? DGC-Beitrag Carillon 2023
Ich betrat Neuland. Ich studierte vorhandene Beispiele, vertiefte meine Kenntnisse im Uhrenbau, suchte den Kontakt zu Uhrmachern, Museen und zur Deutschen Gesellschaft für Chronometrie. Dabei verband sich traditionelles Handwerk mit moderner Arbeitsmethodik: Mit Excel wurden die Positionen der Noten auf der Stiftewalze berechnet; mit einem präzisen Teilapparat konnten diese anschließend handwerklich umgesetzt werden.
Aus der ursprünglichen Idee wurde schließlich ein sechsjähriges Projekt. Planung und Herstellung des Glockenstuhls stellten hohe Anforderungen an meine Fähigkeiten. Rückblickend war gerade diese Herausforderung eine wesentliche Triebfeder: Mich hatte die Präzision historischer Spielwerke immer fasziniert – nun wollte ich selbst etwas Vergleichbares schaffen.
Dabei war es keineswegs eine Leistung, die ohne andere Menschen möglich gewesen wäre. Fachlicher Rat, insbesondere von Dr. J. J. L. Haspels, und die von meinem Freund W. A. M. Hodzelmans angefertigten zehn Silberbronze-Glocken waren wichtige Bausteine auf dem Weg zum fertigen Werk. DGC-Beitrag Carillon 2023 DGC-Beitrag Carillon 2023
Was mir dieses Meisterstück heute bedeutet?
Es erinnert mich daran, dass aus Neugier Wissen, aus Planung handwerkliches Tun und aus Beharrlichkeit schließlich etwas Bleibendes entstehen kann.
Die Standuhr zeigt mir bis heute: Eine Aufgabe muss nicht deshalb unlösbar sein, weil man ihre Lösung am Anfang noch nicht kennt.
Journal für Freunde klassischer Zeitmesser – „Klassik Uhren 5/2000: Klassikuhrenbericht-Herstellung einer hochwertigen Standuhr“ von H.-Peter Feldmann, Xanten Klassikuhrenbericht
DGC-Bericht Nr.173 DGC-Beitrag Carillon 2023
Anfertigung Glockenspielwerk/Carillon, Stiftewalze für 4 Musikstücke: 1.Old Hundredth Psalm (F-Dur), 2. The Harmonions Blacksmith (F-Dur), 3. Menuett (de Gruytter´s, beldien) (F-Dur), 4. Gigne (Corelli), (F-Dur) (Arbeitsplan) StU2 Melodien
Ein Zufallsfund in Donaueschingen. Ein massives Uhrwerk das für ein Glockenspielwerk vorgerichtet ist fand ich für 100 DM beim Trödler. Das war der Start für ein Uhrenbauprojekt, für das ich – zur Realisierung- über 5 Jahre brauchte.
Arbeitsplan
zur Bestiftung der Walze: MUSIK_1
Vorspann zur Präsentation „Herstellung einer hochwertigen Carillon-Standuhr“
„Hast du etwas Besonderes geschaffen, dann darfst du auch davon berichten.“
Nach diesem Gedanken stellte ich im Jahr 2006 mein Projekt „Standuhr 2“ im Kölner Uhrenkreis der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (DGC) einem fachkundigen Kreis aus Uhrmachern, Sammlern und Uhrenfreunden vor.
Das Besondere daran: Hier präsentierte kein gelernter Uhrmacher sein Meisterstück, sondern ein technisch interessierter Nicht-Uhrmacher, der aus einem ursprünglich für 50 DM erworbenen Uhrwerksfragment über Jahre hinweg eine anspruchsvolle Bodenstanduhr entwickelte. Planung, Konstruktion, Metall- und Holzbearbeitung, Kompensationspendel, Gewichte, Gehäuse und selbst die Programmierung und Herstellung der Stiftenwalze für vier Melodien gehörten zu diesem Projekt.
Nur dort, wo besonderes Spezialwissen erforderlich war, nahm ich fachliche Hilfe in Anspruch. So fertigte Herr Hodzelmans aus den Niederlanden die elf auf das Werk abgestimmten Glocken sowie das Walzenzahnrad.
Die Präsentation zeigt deshalb mehr als den Bau einer Uhr. Sie dokumentiert, was aus einem beinahe aufgegebenen Stück alter Uhrentechnik durch Neugier, Ausdauer, handwerkliches Können und die Bereitschaft, sich immer wieder neues Wissen anzueignen, entstehen kann: ein Unikat, das alte Uhrmacherkunst bewahrt und zugleich eine eigene Handschrift trägt – eine Uhr „für weitere Generationen“.
Bilderfolge mit manueller Steuerung: Herstellung einer hochwertigen Standuhr-K1
Einige Beispiele meiner Uhrenbaukunst
Exklusive Auswahl von Uhrenkreationen in denen ich hochwertige restaurierte antike Uhrwerke in unikate Gehäuse verbaut habe.
Handwerk eines Uhrenfreundes
Gehäuse für ein antikes Uhrwerk planen Gehäuseteile anfertigen Gehäuseteile zusammenfügen und fertigstellen
Von der Reiseidee zur eigenen Mosaik-Uhr
Ein Besuch in St. Petersburg und die dort bewunderten historischen Bauwerke und Mosaiken brachten mich auf die Idee, eine alte kunsthandwerkliche Technik für ein ganz eigenes Vorhaben zu nutzen: ein großes Ziffernblatt aus Naturstein vor unserem Hauszugang.
Aus der ersten Idee wurde ein handwerkliches Projekt, das zunächst geplant und auf die Bedingungen im Außenbereich abgestimmt werden musste. Geeignetes Natursteinmaterial wurde beschafft und anschließend Stein für Stein von Hand zu einem begehbaren Ziffernblatt zusammengesetzt. Rund 1.600 einzelne Natursteine fanden dabei ihren Platz; allein das Verlegen erforderte vier volle Arbeitstage. RP-PM 1.4.06 Mosaik RP-PM 1.4.06 Mosaik
Die Mosaik-Uhr wurde damit nicht nur zur „Visitenkarte“ meines Uhrenstudios, sondern auch zu einem Beispiel dafür, was aus einer Reisebeobachtung durch Eigeninitiative, handwerkliches Können und die Bereitschaft zum Selbermachen entstehen kann. Zugleich sollte sie – wie es der RP-Bericht formuliert – andere zum Nachmachen anregen. RP-PM 1.4.06 Mosaik
Eine Idee von unterwegs – zu Hause mit eigenen Händen Wirklichkeit geworden.
Historische Uhrwerke – neue Gehäuse – einzigartige Uhren – Unikate
An alten, restaurierungsbedürftigen Uhrwerken konnte ich oft nicht vorbeigehen. Was für andere vielleicht nur noch ein unvollständiges oder nicht mehr verwendbares Werk war, besaß für mich weiterhin einen hohen technischen, handwerklichen und kulturgeschichtlichen Wert. Die Frage lautete deshalb immer wieder: Woher stammt dieses Werk, aus welcher Zeit kommt es und wie lässt sich seine ursprüngliche Bedeutung wieder sichtbar machen?
Damit begann zunächst die Beschäftigung mit Herkunft, Alter, Konstruktion und historischem Umfeld der Uhrwerke. Ebenso wichtig war jedoch die Frage nach dem passenden Gehäuse. Nicht selten waren ursprüngliche Gehäuse verloren gegangen, stark beschädigt oder aus vergleichsweise einfachem Material gefertigt. Ein wertvolles historisches Uhrwerk sollte nach meiner Vorstellung jedoch auch ein angemessenes handwerkliches Zuhause erhalten.
So entstanden in eigener Arbeit neue Gehäuse, häufig nach historischen Vorbildern, jedoch mit ausgewählten und hochwertigen Materialien wie Eiche, Kirschbaum, Mahagoni oder Birnbaum. Dabei ging es mir nicht um eine bloße Kopie des Alten. Historische Uhrentechnik und individuelle handwerkliche Gestaltung sollten zu einem neuen Ganzen zusammenfinden.
Auf diese Weise wurden aus aufgefundenen, unvollständigen oder restaurierungsbedürftigen Uhrwerken wieder funktionsfähige Unikate: Kamin-, Wand- und Standuhren, bei denen jedes Stück seine eigene Geschichte erzählt. Die folgenden Beispiele zeigen den Weg vom Fundstück über Restaurierung und Ergänzung bis zur fertigen Uhr.
Einige dieser Uhren haben inzwischen neue Besitzer gefunden. Dort erfüllen sie nicht nur ihre ursprüngliche Aufgabe als Zeitmesser, sondern werden als technische Zeitzeugen, handwerkliche Einzelstücke und kulturelle Blickfänge geschätzt.
Alte Uhrwerke ihrer Bestimmung überführen – historische Technik bewahren und ihr eine neue, angemessene Form geben.
Uhrenscheibe in Mosaiktechnik RP-PM 1.4.06 Mosaik (Unikat, Eigenbau)
Folgen des Salzbergbaus: Mein Kunstwerk hat bis 2024 gehalten!
